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Wohnstallhaus
Das Wohnstallhaus

 Das Refugium des Bauern


Neben dem Burgherren, seiner Frau und dessen Kindern wohnten auf der Burg auch abhängige Bauern und Arbeiter. Neben den Abgaben(Steuern) von seinen Lehen lebte der Burgherr insbesondere von seinen Eigengütern. Um diese zu bewirtschaften brauchte er Bauern, Knechte und Mägde. Unterstützt wurden diese Eigenleute des Adeligen von der Dorfbevölkerung. Diese hatten in der Regel Transportdienste und Sonderaufgaben, zum Beispiel die Erneuerung des Weidenzauns, zu leisten. Das Haus beherbergt die Wohn- und Schlafstätten der Bauern und des Gesindes sowie den Rinderstall und die Tenne. Seitlich ist noch ein einfacher Schopf als Unterstand für Kutschen und Großgerät angebaut. Das Haus ist als Firstständerbau in Fachwerktechnik ausgeführt. Während beim Turm vier durchgehend lange Balken an den Rändern stehen, tragen hier mittlere vom Boden bis zur Dachspitze durchgehende Ständerbalken den First. Die Eckbalken sind entsprechend kürzer. Das Dach ist mit Schilf gedeckt, das ja vor allem am Federsee reichlich zur Verfügung stand.

Der erste Raum im Wohnstallhaus

Die Bauernküche


Der erste Raum ist die Küche des Bauernhauses. Auch hier zieht der Rauch über den Dachstuhl ab. Rechts neben dem kleinen Herd, der keinen Kochgalgen hat, liegt die Feuerungsöffnung für den Kachelofen. In der Ecke steht der Allzweckrucksack des Mittelalters, die geflochtene Trage; an der Wand der Teigtrog und das Tragebrett für die Brotlaibe. Gebacken wird dann im Backofen im benachbarten Schuppen. Auf dem Tisch liegen einige Schüsseln mit Getreide, ein Holzquirl und ein kräftiges Hackmesser zum Zerkleinern. Die Leiter führt zur Tür in den "Kniestock". Dort nächtigen die abhängigen Knechte und Mägde, die auf einfachen Strohsäcken schliefen.

Bauernstube und Schlafraum


In der Bauernstube herrscht einiger Luxus, der Burgherr hatte für seine verwitwete Mutter einen Kachelofen, Glasfenster und eine Schlafkammer einbauen lassen. Doch noch bevor das Haus fertig war, verstarb die Witwe. Nun schläft in der Kammer der Bauer, der die täglichen Arbeiten beaufsichtigt. An dem Tisch essen alle Burgbewohner außer dem Burgherren und seiner Familie. Er ist mit Holzgeschirr gedeckt. Nebenan das Bett der Bauernfamilie. Der Badetrog und der Zuber sind hier nur untergestellt. Wenn der Herr einmal im Monat badet, so wird er in die Küche gestellt und mit heißem Wasser gefüllt. Die Treppe ist modern und dient dem sicheren Zugang zur Kniestockkammer, die früher nur über eine Leiter zu erreichen war.

Der Rinderstall

Manchmal triffst du eine Kuh


Wenn wir nun wieder durch die Küche gehen, so kommen wir in den Rinderstall. An der Wand sind große Klappen, durch die das Futter in die Tröge geworfen wird. Mittelalterliche Rinder waren übrigens deutlich kleiner als heutige Tiere. Die Güllerinne im Boden entspricht modernen Anforderungen, im Mittelalter waren sie nicht vorhanden. Bei den meisten unserer Burgbelebungen haben wir Großvieh eingestellt.
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